1. Ich stand auf einem hohen Fels im Mittelmeer, und vor mir war der Ost, und hinter mir der West, und der Wind ruhte auf der See.
2. Da sank der Sonne, und kaum war sie verhüllt im Niedergang, so stieg im Aufgang das das Morgenroth wieder empor, und Morgen, [...]
Archiv für die Kategorie ‘Lyrik’
Karoline von Günderode: Ein apokaliptisches Fragment
Veröffentlicht in Karoline von Günderode, Lyrik am Juli 26, 2007 | Kommentar schreiben »
Wilhelm Busch: Die Selbstkritik hat viel für sich
Veröffentlicht in Lyrik, Wilhelm Busch am Juni 25, 2007 | Kommentar schreiben »
Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses [...]
Stefan George: Schmerzbrüder
Veröffentlicht in Lyrik, Stefan George am Mai 20, 2007 | Kommentar schreiben »
So zieht ihr im düster und euer geleit
Ist lächelnder strahl – ihr die sinkende zeit.
Da alles gesagt ist in stummem verein
Ihr fühlet gefasst die unwendbare pein:
Goethe: Faust – Osterspaziergang
Veröffentlicht in Johann Wolfgang von Goethe, Lyrik am April 20, 2007 | Kommentar schreiben »
Vor dem Tor
…
FAUST:
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Georg Trakl: Frühling der Seele
Veröffentlicht in Georg Trakl, Lyrik am März 15, 2007 | Kommentar schreiben »
Aufschrei im Schlaf; durch schwarze Gassen stürzt der Wind,
Das Blau des Früblings winkt durch brechendes Geäst,
Purpurner Nachttau und es erlöschen rings die Sterne.
Grünlich dämmert der Fluß, silbern die alten Alleen
Und die Türme der Stadt. O sanfte Trunkenheit
Im gleitenden Kahn und die dunklen Rufe der Amsel
In kindlichen Gärten. Schon lichtet sich der rosige Flor.
Heinrich Heine: Die Wanderratten
Veröffentlicht in Heinrich Heine, Lyrik am Februar 25, 2007 | Kommentar schreiben »
Es gibt zwei Sorten von Ratten:
Die hungrigen und satten.
Die satten bleiben vergnügt zu Haus,
Die hungrigen aber wandern aus.
Kurt Tucholsky: Das Lied vom Kompromiß
Veröffentlicht in Kurt Tucholsky, Lyrik am Februar 15, 2007 | Kommentar schreiben »
Manche tanzen manchmal wohl ein Tänzchen
immer um den heißen Brei herum,
kleine Schweine mit dem Ringelschwänzchen,
Bullen mit erschrecklichem Gebrumm.
Hugo Ball: Der Henker
Veröffentlicht in Hugo Ball, Lyrik am Januar 30, 2007 | Kommentar schreiben »
Ich kugle Dich auf Deiner roten Decke.
Ich bin am Werk: blank wie ein Metzgermeister.
Tische und Bänke stehen wie blitzende Messer
der Syphiliszwerg stochert in Töpfen voll Gallert und Kleister.